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Papa-Picknick

Verfasst von: Admin am Mittwoch, 22. April 2009, 19:25 Uhr _PRINTDruckerfreundliche Ansicht  _EMAILFRIEND
News
imageBerliner Zeitung, 22.04.2009

Berlin
Reine Männersache Foto: Andreas Labes

Im Prenzlauer Berg sollen sich Väter beim Papa-Picknick kennenlernen und gegenseitig unterstützen.
Viele Väter mit vielen Kindern und kaum Mütter – auf dem Helmholtzplatz ist Papa-Picknick

von Frauke Lüpke-Narberhaus

Berlin - Gymnastikkurse, Krabbelgruppen,..



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..., Kinderschwimmen – wo kleine Kinder toben, sind ihre Mütter meist dabei. Und tauschen sich untereinander rege aus. Väter haben da ganz klar Nachholbedarf. „Sie sind nicht die geborenen Netzwerker“, sagt André Winter, 39. Deswegen hat er das Papa-Picknick organisiert: Hier sollen sie es lernen.

Ella, 5, probiert von ihrem Stockbrot, das sie gerade im Lagerfeuer geröstet hat. „Papa, das schmeckt bäh“, ruft sie. „Meinst Du?“ fragt Winnie Heun, 40, und knabbert daran. Ihm schmeckt es, und das Papa-Picknick auf dem Helmholtzplatz gefällt ihm auch. „Es gibt wenig Angebote für Väter“, sagt er. „Ich vermisse das.“ Es gehe ihm nicht um Problemberatung, er lebe in einer glücklichen Beziehung. „Ich will mich einfach austauschen, mir Tipps von anderen Vätern holen. Für Frauen gibt es viel mehr Unterstützung.“ Er zückt sein I-Phone, um Ella zu fotografieren.

Genervt von Windelgesprächen

Ein Großteil der Angebote für Familien werden von Frauen organisiert, meint André Winter, er ist Reha-Pädagoge und arbeitet seit eineinhalb Jahren ehrenamtlich im Verein Familieninfotreff. Doch Männer fühlten sich davon oft nicht angesprochen. Warum nicht, das kann sich Michael Stiefel, 44, ebenfalls vom Familieninfotreff, nicht genau erklären. „Als ich damals mit meiner Tochter auf dem Spielplatz war, haben mich die Windelgespräche der Frauen irgendwann genervt und die Einkaufsgespräche auch“, sagt er. Väter unter sich würden zwar auch viel über ihre Kinder sprechen. „Aber wir reden da irgendwie anders drüber.“ Außerdem sei ein Mann beispielsweise beim Babyschwimmen immer noch eher ein Exot, obwohl er diesen Status vielleicht haben wolle.

Beim Papa-Picknick ist es anders: Mütter werden hier nicht ausgeladen, doch Väter explizit eingeladen. „Wir machen hier eher so Papageschichten“, sagt Winter. Das heißt: Lagerfeuer, Bogen schießen, Hufeisen werfen und auch Raufen nach Regeln. Neben dem Papa-Picknick bietet der Verein Kochkurse an, einen Vätersalon und eine Selbsthilfegruppe für Väter, die Probleme mit dem Umgangsrecht haben.

Marcus Weber, 31, besucht diese Selbsthilfegruppe: Es sei hilfreich zu hören, dass er mit seinen Problemen nicht allein sei, sagt er. Er darf seine dreijährige Tochter Caroline nur alle 14 Tage sehen. Kürzlich hat Weber einen Spaziergang mit Caroline und ihrer Mutter gemacht. „Sie wollte immer ihre Mama an die Hand nehmen und nicht mich.“ Vor Gericht ziehen und um mehr Besuchszeiten kämpfen, will Weber nicht: „Ich will Caroline später nicht sagten: Deine Mutter und ich haben uns auch vor Gericht gestritten.“

Für das Papa-Picknick sowie für das Projekt Papa-Camp erhält der Familieninfotreff 4 000 Euro von der Organisation Aktion Mensch - dafür müssen die Väter für ihr Wurstbrot nichts zahlen. Das nächste Mal wird am 3. Mai im Naturpark Schöneberger Südgelände und am 10. Mai im Mauerpark gepicknickt. Das Projekt ist auf sechs Termine angelegt, danach läuft die Förderung aus. „Es soll aber trotzdem weitergehen“, sagt Stiefel. Weil es so gut ankommt. Heute sind es etwa 60 Besucher da, schätzt er. Stolz fügt er hinzu: „Ich bin mit etlichen Leuten im Gespräch, die so ein Papa-Picknick auch in anderen Städten organisieren wollen.“

Berliner Zeitung, 22.04.2009



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